Die Hitze killt mich! Bereits die zweite Nacht in Folge fällt es mir mehr als schwer Schlaf zu finden. Nach den ersten Versuchen meinem Körper zumindest etwas Bettruhe zu verschaffen, fürchte ich nun, nach einem Liter Blood Orange Kaktusfeige, einem Liter Zitronenlimonade, einem Liter Orangenlimonade und einem Liter Apfelschorle, dass ich die Nacht aufgrund anderer Umstände nicht schlafend überstehen werde.
Nun sitze ich gelangweilt und braindead vor meinem Rechner schaue Clips mehr oder weniger lustiger Comedy-Formate und lese RSS-Feeds. Hierbei fiel mir ein kleiner aber nicht minder wichtiger Artikel von Frank von iHeartBerlin in die Hände. Frank berichtet über eine sehr gelungene Marketing-Kampagne eines alten Schwedens, welcher meine Entourage und ich zum Opfer fielen.
Vor ein paar Wochen erhielt ich von einem Freund einen Einladungs-Code zum Launch-Event des S60, der neuen Mittelklasse-Limousine des Skandinaviers. Fluchs auf der Website mit dem erhaltenen Code akkreditiert und wenige Minuten später erhielt ich eine Bestätigung nebst Link zu folgendem Video.
Video: Subject60 Trailer
Ich freute mich auf einen lustigen Abend mit den Jungs bei ein paar Drinks, Fingerfoot, guter Musik und den üblichen Verdächtigen der Hauptstadt. Ich konnte ja nicht ahnen, dass wir Teil eines psychologischen Tests werden sollten.
Auf den folgenden Facehunter-Videos sieht alles noch nach einem der üblichen Promotion-Events aus.
Video: Facehunter @ Suject 60 Berlin
Video: Facehunter @ Suject 60 London
Video: Facehunter @ Suject 60 Milan
Video: Facehunter @ Suject 60 Paris
Video: Facehunter @ Suject 60 Madrit
Dank Frank erfuhr ich heute, dass es neben der Präsentation des S60 auch um ein psychologisches Experiment ging, bei dem die Metropole mit der rebellischsten Seele Europas gesucht wurde.
Video: Volvo Subject60 Experiment
Folgender Versuchsaufbau ergab sich innerhalb von fünf Wochen:
- 3062 Versuchsteilnehmer
- 0035 Experimente
- 0027 Stunden Recherche
- 0005 Länder
Laut des der Studie wurde in Paris am härtesten gefeiert.
Meine Buddies und ich haben uns, hinsichtlich des Ergebnisses, nichts zu Schulden kommen lassen!
Folgende Dinge gehen auf unsere Kappe:
- Wir haben eine ganze Reihe von Freunden mit einem Code auf das Event geschleust
- Ein Freund wurde von zwei Security-Typen aus der Halle geworfen
- Fünf Security-Typen waren nötig, um uns aus den Karaoke-Wagen zu bekommen
- Wir haben einen Freund im Kofferraum des S60 eingesperrt
- Wir feierten mit zwei Mädels eine Stunde lang bei lautem Autoradio im S60
- Ich sprang in den S60 als Wanda Badwal abgelichtet wurde
- Unser Pickup-Artist sprach die verheiratete Schönheit in Rot an
Beweise können, dank Flip-Cam, geliefert werden.
Es lag wohl eher am DJ, der nicht wirklich feiern wollte. Wir Berliner sind in dieser Hinsicht ja ziemlich übersättigt.
Auch ARTSCHOOLVETS hat eine zutreffende Erklärung für das Ergebnis:
Was es nach allem Vergleichen zu Berlin zu sagen gibt: “74 Prozent der Berliner behaupten von sich, sie hätten eine rebellische Ader, 48 Prozent sind obendrein stolz auf darauf und 61 Prozent wünschen sich sogar, sie hätten mehr Mut zur Rebellion.” Doch all dies scheint noch nicht zu reichen für den Titel “Unartigste Stadt”. Absurder Weise wurde dieser fragwürdige Titel Paris verliehen. Das Video gibt Aufschluss darüber, mit welchen Tricks es zu einer derartigen Entscheidung kommen konnte und wirft die Frage auf, ob hier nicht eher betrunkene Dreistigkeit der Pariser gesiegt hat.
Richtig, in Berlin sind wir so ans Feiern gewöhnt, dass wir uns nicht umgehend daneben benehmen.
Die offizielle Studie kommt zu folgendem Fazit:
Especially in Berlin, a lot of naughty behaviour was observed in the rest rooms: smoking, snuggling, men in the ladies room, men taking of their clothes etc. The Germans were most likely to hang around in the rest room area [...] In the quantitative study, the Germans admits to being naughty, are proud of it and later states at the party that “there is no tomorrow”. However, in the end they were not behaving very naughty at the party, if naughtiness is limited to what results from the experiments that is. The Germans focused on the bar and enjoyed their drinks.
Sieg hin oder her, wir Berliner wissen, wie man sich daneben benimmt und richtig feiert. Es stellt sich eher die Frage, ob dies wirklich immer kausal notwendig ist.
Danke Volvo für ein gelungenes Event, bei dem ich gerne Versuchsobjekt spielte. Ich freu mich auf Euren nächsten Streich …
Update:
Weitere Infos zu diesem Experiment gibt es unter: anti-brav-system.volvocars.de

