Klick-Off: Eine Woche Facebook-Entzug
Ich durfte mal wieder als “Experte” vor der Kamera stehen. Diesmal für Explosiv – Das Magazin (RTL) zum Thema Onlinesucht am Beispiel von Facebook. Im Bericht mit dem Titel “Klick-Off: Eine Woche Facebook-Entzug” wird eine junge Dame gezeigt, welche Ihr Leben komplett an Facebook ausrichtet. Anhand eines Experiments wird gezeigt, welche Auswirkungen der Verlust des Zugangs zu Facebook nach sich zieht. Das Ergebnis scheint zumindest für die Protagonistin des Beitrags schwerwiegende Folgen nach sich zu ziehen. Erschrecken, dass ein Soziales Netzwerk einen so hohen Stellenwert im Leben einnehmen kann. Man muss in diesem Fall von Sucht und Entziehungserscheinungen sprechen. Die Parallelität zu “herkömmlichen” Drogen wird sehr gut herausgearbeitet.
Auf der einen Seite hat das Experiment einen traurigen Charakter. Auf der anderen Seite steckt im Ergebnis sehr viel Wahrheit. Personen, denen es im Realleben an sozialen Bindungen mangelt finden in Sozialen Netzwerken vermeintlich einen sozialen Ausgleich. Netzwerke gaukeln Nähe vor, befrieden die innere Neugier und machen den Alltag zu einem kurzweiligen Vergnügen. Labile Personen erkennen nicht, dass eine rein onlinebasierte soziale Bindung zu Bekannten, Freunden und der Familie einen persönlichen Kontakt nicht ersetzen kann. Erschrecken ist die Erkenntnis, der im Film gezeigten Frau, dass man in der Lage sein kann eine ganze Halbestunde zu telefonieren.
Ich selber nutze Soziale Netzwerke sowohl privat als auch beruflich sehr extensiv. Auf Twitter habe ich aktuell 430 Follower, auf XING 971 Kontakte, auf Facebook 881 “Freunde” und auf foursuqre sind es 187. Diese Zahlen sind sehr hoch, zumal auf den meisten Plattformen noch unbeantwortete Anfragen vorliegen, welchen ich bewusst nicht nachgehe. Ich halte nichts von einer automatisierten Annahme jedes Kontaktwunsches. So gut wie jede Person, mit der ich verbunden bin, habe ich schon einmal persönlich getroffen und kann mich zu ihr äußern. Meine Einschätzung zu dieser Haltung habe ich in Experimentum Crusis bereits zum Ausdruck gebracht. Trotz dieser hohen Anzahl virtueller Kontakte, die ich gerne pflege, sorgen ich offline für einen entsprechenden Ausgleich, treffe mich gerne mit Freunden und bin durchaus ein geselliger Typ. Wie so oft im Leben kommt es auf eine gesunde Mischung an. Extreme schaden und generieren in den seltensten Fällen einen Mehrwert.
Soziale Netzwerke bieten sowohl im privaten wie auch im beruflichen Kontext enorme Vorteile. Als Geschäftsführer der TRIBAX GmbH nehme ich quasi eine Evangelisten Rolle für onlinebasierte Netzwerke ein und unterstreiche deren Vorteile unentwegt. TRIBAX hat mit seinem SAAS-Framework eine technische Lösung entwickelt, mit welcher eigenständig Soziale Netzwerke betrieben werden können. Das Kommunizieren und Interagieren mit Zielgruppen zählt hierbei zu einem der wichtigsten Aspekte. Diese Vorteile werden aufgrund der einseitigen Betrachtung der Thematik im Explosiv-Bericht komplett unterschlagen.
Es ist klar, dass man von einem Format, wie Explosiv, keine sachliche Berichterstattung erwarten kann. Boulevardjournalismus funktioniert nach ganz anderen Regeln. Es bleibt zu hoffen, dass das Experiment aus journalistischer Sicht überspitzt dargestellt wurde und das Opfer die Protagonistin des Experiments, nicht annähernd so abhängig ist, wie in dem Beitrag behauptet …
Update:
Mit meinem Beitrag wollte ich in keiner Weise die journalistische Integrität des Teams, welches den Beitrag im Auftrag von RTL erarbeitet hat, in Abrede stellen. Ich stand heute noch einmal mit der Redakteurin des Beitrags in Kontakt. Es scheint als sei das Experiment tatsächlich so verlaufen, wie es der Beitrag darstellt.
“Microsoft really is the underdog here”
Verfolge gerade die Pressekonferenz von Microsoft und Facebook und musste mich über folgende kurze Feststellung von Markzuckerberg ziemlich wundern:
“Microsoft really is the underdog here, they have an incentive go to all out and innovate.“
Bezüglich der Web-Innovationen seitens Microsoft mag er Recht haben. Den Software-Riesen als Undergog zu titulieren halte ich jedoch für etwas gewagt …
Den Stream der PK gibt es hier:
TechCrunch berichtet live von der facebing-Pressekonferenz: Live From Bing’s Facebook.
Random Facebook Pictures II
Querschnitt Nr.2 von Bildern, die auf Facebook mit meinem Profil verbunden wurden …
Anbei der Link zur ersten Serie von Facebook Bildern.
Web 2.0 Vintage Advertising
Facebook vintage advertising:

youtube vintage advertising:

Skype vintage advertising:

[via laughingsquid]
My Mom’s on Facebook
… und mittlerweile auch bei Twitter.
Video: My Mom’s on Facebook
Zu was diese Situation führen kann, zeigen folgende Websites:
Random Facebook Pictures
Ein interessanter Querschnitt von Bildern, die auf Facebook mit meinem Profil verbunden wurden …
Lesebefehl 33/09

- Die Meldung der Woche ist die Übernahme von friendfeed durch Facebook. Nachdem die Aquise von Twitter an den Twitter-Gründern gescheitert ist, entwickelt sich Facebook immer mehr zu einem Echtzeit-Medium.
- Die Eingliederung von friendfeed wird sicher auch Einzug in die neue Facebook-Suche finden.
- youtube hat erneut ein neues Layout vorgestellt, der GoogleWatchBlog stellt das neue Design vor.
- Auch die Wikipedia testet ein neues Design.
- Der Bundestag erstrahlt in neuem Design und begrüßt seine Besucher mit einem neuen interaktiven Bundesadler.
- 30 Tipps und Hacks zu WordPress hat hongkiat.com zusammengestellt.
- Wenn es nach Google geht wird GMail zum universellen Authentifizierungsservice. Mit webfinger aka Personal Web Discovery ruft Google das finger-Protokoll wieder zu Leben.
- Der Multi-Messenger-Service Digsby hat neue Umsatzmodelle vorgestellt und zieht den Unmut der Webgemeinde auf sich. Diese Situation macht sich Cerulean Studios zu Nutzen und stellt seine lang erwartete neue Version von Trillian vor. Wie Digsby unterstützt auch Trillian neben den gängigen Protokollen Windows Live, Yahoo!, Google, ICQ, Jabber auch Skype, IRC, Facebook und Twitter.
- Weniger Freude ruft der neue Yahoo!-Dienst Know your Mojo! hervor. Robert Scoble findet ziemlich drastische Worte. Komischerweise produziert der neue Dienst bei meinen Tests nur Fehler.
- Twitter entwickelt derzeit erste Ansätze neuer Geschäftsmodelle, mit denen Firmen Umsätze für den Kurznachrichten-Dienst generieren. Einen ersten Ansatz zur Professionalisierung liefert Twitter mit twitter 101,
- Matt Mullenweg und sein AUTOMATIC-Team waren fleißig und haben das Design von WordPress.com umgestellt und einen Linkverkürzer veröffentlicht. Matt stellt den neuen Linkverkürzungs-Dienst WP.me in folgendem Blog-Artikel vor.
- Google Wave wird laut des The Next Web Blogs am 30. September der Öffentlichkeit vorgestellt. Einen ersten Einblick in Google Wave bietet Mashable.
- Die neue Google-Suche kann man bereits heute testen.
- Die Fragestunden mit Google-Mitarbeiter Matt Cutts stellt Google nun mit deutschen Untertiteln zur Verfügung.
- Jens Schröder hat die deutschen Blog-Charts überarbeitet und setzt nun im Hintergrund Icerocket ein.





















































