Am Freitag wurde in meiner Abteilung ein Department-Meeting abgehalten, welches ich aufgrund meiner fehlenden Koreanischkenntnisse nicht besuchen konnte. Das Meeting wurde jedoch von einem Lunch und einem abendlichen Dinner begleitet.
Bei dem Dinner handelte es sich um einen korea-typischen Abend. Die komplette Abteilung traf sich in einem so genannten Hof (Hof ist die Koreanische Bezeichnung für Kneipe) um ein paar Bier sowie Sojus zu trinken. Leider schmeckt Bier – wie in den Staaten – eher fad und wird aus Pitchern gereicht, daher ist der Genuss nicht mit Deutschem Bier zu vergleichen. Soju ist „etwas Gebranntes“ (wörtliche Übersetzung), welches meist pur getrunken wird und bei den Koreanern ziemlich schnell wirkt. Aus diesem Grund werden immer Speisen zu den Drinks gereicht. Da es verbreitet ist, sich nach Dienstschluss mit seinen Kollegen oder nach Abschluss eines Geschäfts in die Kneipe zu begeben, sieht man häufig betrunkene Geschäftsleute im Anzug bzw. in Hemd und Krawatte in solchen Kneipen. Diese Gelage werden gesellschaftlich toleriert, daher sind sturzbetrunkene Koreaner – denen ihr Verhalten in keiner Weise peinlich ist – ein alltägliches Bild auf den Strassen Seouls.
Eine weitere Besonderheit ist der Verlauf eines solchen Abends – 1. Hof, 2. Norebang sowie 3. „Love Hotel“. Auch bei uns verlief der Abend nach diesem Muster, auch wenn wir die letzte Stufe ausliessen. Nach ein paar Runden Bier und Sojus ging aus auch für uns wir zur second Stage dem Norebang.
Norebang ist die koreanische Version des Karaoke. Wie bei der japanischen Version, singt man die Vocals zu einer Instrumentalversionen eines Musikstücks und versucht trotz fehlendem Talents eine gute Figur zu machen. Je lauter und treffender man singt, desto mehr Punkte erhält man für seine Darbietung.
Um nicht unhöflich zu sein und nicht als Spielverderber dazustehen, schmetterte ich aus voller Kehle Songs wie „Hey Jude“ oder „Hotel Californier“ und hätte nicht gedacht, dass man so viel Spass bei diesem heiteren Event haben kann. Wenn das Eis erst einmal gebrochen ist, dann muss man einfach mit singen. „Kims Karaoke“ (Mehringdamm 32 – Berlin) ich komme…
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