Da ich gestern Abend etwas müde war und keine Lust auf einen Blog-Eintrag verspürte, nehme ich mir nun etwas Zeit (hier in ist es gerade 06:40), um von meinem Ausflug nach Insadong zu berichten. Insadong ist eine typische koreanische Einkaufsstrasse, welche von kleinen Läden gesäumt wird. In den kleinen Gassen wimmelt es von Passanten und es herrscht emsiges Treiben, bei dem sich eine interessante Geräuschkulisse entwickelt. Als erstes stiessen wir auf einen Strassenmusiker, welche eine grosse Menschenmenge durch lustige Geschichten und Witze aufmunterte (ich verstand kein Wort, die Koreaner lachten jedoch schallend). Dem Klischee eines Touristen folgend (in Berlin mag ich dieses typische Verhalten gar nicht) zog ich meine Kamera und nahm das muntere Treiben auf. Da wir Europäer im Gegensatz zu den Koreanern ziemlich gross sind, stach ich deutlich aus der Gruppe der ca. zweihundert Koreaner heraus und der Künstler wurde auf mich aufmerksam. „A, hello where are you from?“ (sein Gitarre deutete auf mich) – „I am from Germany“ „A, Germany. I am from Munich†erwiederte der Künstler. Die kleinen Koreaner konnten sich vor Lachen nicht mehr halten (leider habe ich das Ende der Performanz nicht mehr aufgenommen). Nach diesem heiteren Ereignis schlenderten wir durch die engen Gassen, assen in einem Restaurant Bi Bim Bap und bestaunten das Treiben auf den Strassen. Vor einem kleinen Laden hatte sich eine Menschentraube gebildet und natürlich mussten wir stehen bleiben, um zu sehen, was es dort bestaunen gab. Im Schaufenster stand ein Koch, der kunstvoll Glasnudeln durch die Luft wirbelte. Dieser Anblick schien auch für die Koreaner etwas Besonderes zu sein. So verhielt es sich auch mit der “Magic-Show” an einem Sweets-Stand. In dieser drei-sprachigen Show – English/Korean/Japanese – erfährt der Zuschauer, wie Bonbons produziert werden: “Oh, wow clap your hands!”.
Ich war sehr beeindruckt und freute mich, dass ich in so kurzer Zeit so viele interessante Eindrücke sammeln konnte. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass ein weitere Highlights folgen würden. Nach der Besichtigung eines Gebäudes, welches verschiedene Designer beherbergt (vergleichbar mit dem Stilwerk) besuchten wir eine kleine Spielzeug-Ausstellung.
Als wir wieder auf der Strasse waren wurden wir von lauter Musik überrascht. Eine Gruppe traditionell gekleideter Personen zog durch die Strassen. Diese Gruppe führte zwischen den staunenden Menschen ein imposante Vorführung vor, die ich mit meiner Kamera eingefangen habe. Wenn jeder Tag so spannend verlaufen wird, dann wird es eine Menge zu berichten geben…
So geht mir das auch ständig. Wo auch immer eine Performance ist, als körperlich zu groß geratener Ausländer werde ich eigentlich immer (!) vom Entertainer angesprochen, wenn ich länger als 5 Minuten stehen bleibe. Leider ist mir noch keine Methode eingefallen, nach der ich mehr als bloß Stichwortgeber (“Ah, Germany!”) sein kann.
Scheint nichts spannendes mehr zu geben! Oder ist der Baron nur schreibfaul geworden??
@Atjudant: Check mal die Foto-Seite des Barons, der benimmt sich zur Zeit nämlich so als sei die Digicam fester Bestandteil seines Sehorgans. Dass er kaum schreibt liegt daran, dass wir selten zu Hause sind (Jetzt = 2 Uhr morgens).
Herr Atjudant, ganz im Gegenteil – der Baron ist beeindruckt, sammelt täglich neue Eindrücke und berichtet bald wieder zeitnah.
Ich hoffe, Ihr hab in Capitalcity alles im Griff, haltet die Stellung und vertretet mich würdig.
Danke Caro. Habe gerade entdeckt, dass der Baron überall wo er geht und steht das Essen fotografiert. Mehrmals…