Ich habs habs getan zum allerersten Mal!

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Entscheidungen sind nicht immer rational. So war es auch bei meiner Entscheidung, mich um eime Wildcard bei Achim-Achilles für dem BraveheartBattle 2010 zu bewerben. Dank meines gelungenen Halloween-Outfits und marzialischer Pose, wurde ich auserwählt durch die Hölle zu gehen. Damals war mir gar nicht klar, worauf ich mich einließ.

Doch was ist der BraveheartBattle eigentlich?

Der BraveheartBattle ist ein Fun-Lauf der in Anlehnung an die britischen  Tough Guy Competition ausgerichtet wird. Hierbei gilt es die 18 KM lange Strecke (GPS-Messung 20 KM) nebst etlicher Hindernisse in kürzester Zeit hinter sich zu bringen.

Video: Braveheart Battle 2010 (ZDF)

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Folgende Hindernisse galt es beim BraveheartBattle zu überwinden:

  1. Schäferswand „Brave Wall”: Ein höllisch hohes Kletterhindernis (6 Meter) eröffnet den Parcours und macht die Bravehearts sogar insgesamt vier Mal schwindelig.
  2. Direkt danach zwingt der „Creep Trench” der Wach- und Schließgesellschaft Weingärtner die Läufer für 50 Meter auf die Knie…
  3. Schweißtreibend geht es weiter durch das Kombi-Kriech- und Kletterhindernis „Hell Pipes”/Seger-Tunnel, das den Läufern ein ständiges „Auf und Nieder” beschert
  4. Das Stufenhindernis „Step Peel”/Bruckmüller Krais-Stufen bringt die Bravehearts dem Himmel entgegen – und dem Sieg ein Stückchen näher
  5. Nach eine längeren Strecke an der Lauer entlang, auf der die Läufer Tempo machen können, müssen sie den Fluss über die „Soapy Ropes” von Sponsor Bürotrechnik Höchemer überqueren – wer hier abrutscht, holt sich mehr als nur nasse Füße. Die Strecke wird nun auf der anderen Flussseite ohne weitere Hindernisse zurückgelaufen – nur unterbrochen von einer Verpflegungsstation von Obst Schmitt, Reichenbach, mit Wasser, Obst und isotonischen Getränken. Am Ende dieser Etappe müssen die Läufer die Hindernisse 3, 2 und 1 noch einmal bewältigen.
  6. Mit einem „Riverdance” – Tanz über den Fluss – geht es weiter bei Station Nummer sechs: Nur wer über innere Balance verfügt, kommt trocken über die rutschige Dünisch-Brücke, direkt gefolgt von den
  7. „Straw Hump” Swinger-Barrikaden: Münnerstadts „rote Meile” am Haus Nummer 6 besteht aus mehreren Strohballen in verschiedener Höhe
  8. Bevor sich die Bravehearts wieder bei einer langen, geraden und Hindernis-freien Strecke erholen können, kommen sie zum „Hoop Tomb” von Sponsor Reifen Müller – sein Name lässt ahnen, woraus das „Knochenbrecher”-Hindernis gemacht ist
  9. Eine echte Herausforderung wird der extrem anstrengende Quad-Schwarz-Graben, auch „Death Valley” genannt, bei dem es durch einen unwegsamen Hohlweg 3,5 Kilometer bergauf geht
  10. Zum Abkühlen dürfen die Bravehearts danach durch die „Sludge Zone” von SiTec Wendel 50 Meter durch den Schlamm kriechen…
  11. Ein weiteres „Straw Hump” Strohhindernis, die Reichenbacher Barrikaden, errichtet von der Reichenbacher Dorfjugend, wartet auf die Läufer, bevor es durch den Reichenbacher Schlammsee geht:
  12. Das „Loch Ness” ist nur für Schwimmer geeignet und bietet Mitte März sicher keine angenehmen Badetemperaturen. Das Hindernis wird von den Fischfreunden aus Reichenbach betreut
  13. Bei der Outdoor-Extrem-Steigung „Hamburger Hill” auf 380 Höhenmeter quer durch den Wald wird es den Bravehearts sicher schnell wieder warm werden – aber vielleicht dem ein oder anderen schon die Kondition ausgehen
  14. Mit der Bad Kissinger Höhe wird den Läufern mit Sicherheit „ein königliches Vergnügen” bereitet. Hier verteilt der Slalomparcours „Iron Curtain” leichte elektrische Schläge an unvorsichtige Läufer
  15. Wenn es dann zurück nach Münnerstadt geht, müssen als erneutes Schlammhindernis die „Funk Holes” der Gessner-Gräben durchquert werden

Durch die Wiederholung einzelner Hindernisse mussten insgesamt  33 Hindernisse bewältigt werden.

Was war das Schlimmste am Braveheart Battle?

  • Kälte:
    Die eisigen 3° Grad der Flussläufe, vor denen ich anfangs am meisten Respekt hatte, waren relativ unspektakulär, da ich nur mit Sportschuhen, Hose und einem Lacrosse Jersey bekleidet war. Diese Taktik hat mich über den Lauf gerettet, da ich nicht mit schweren, nassen Klamotten kämpfen musste. Die fehlende Wärme durch die Kleidung wurde durch die eigene Körpertemperatur ausgeglichen.
  • Matsch.
    Die gesamte  Strecke wurde aufgrund des tauenden Schnees zur Rutschpartie. Teilweise lief man auf der Stelle, da die Schuhe keinen Halt im Morast fanden und man nur sehr schwer Balance fand.
  • Steigungen
    Die Steigungen stellten meine Beine vor eine ungewohnte Belastungsprobe. Dieses Hindernis konnte man nur im Schneckentempo absolvieren und dürfte ein Grund meines Muskelkaters sein.
  • Kriechstrecken:
    Auch, wenn man als Läufer meist nur die Beine einsetzt, waren die Kriechstrecken relativ einfach zu überwinden. Zwar haben diese Hindernisse für etliche Hämatom gesorgt, diese waren jedoch während des Laufs, aufgrund des Adrenalins, kaum zu spüren. Problematisch war jedoch die Kälte des durchgefrorenen Bodens.
  • Schlammhindernis:
    Die 2,5 Meter tiefen Baggerlöcher hätte ich ohne die Hilfe meiner Mitläufern nicht überwinden können. Die Ränder der „Funk Holes” waren sehr stark aufgeweicht und boten keinen Halt
  • Kombi-Kriech- und Kletterhindernisse:
    Neben den Reifen waren die Kombi-Kriech- und Kletterhindernis die härteste Herausforderung. Im ersten Anlauf waren sie problemlos so absolvieren. Da die Kriech-Tunnel sich jedoch mit Säcken voller Rollsplitt abwechselten, waren diese im zweiten und dritten Anlauf mit kleinen Steinchen gefüllt, welche meine Knie aufreiben und zum bluten brachten.

Nach 2 Stunden, 46 Minuten und 32 Sekunden habe ich den BravehartBattle bei einer Körpertemperatur von 29,6° hinter mir gelassen. Mein Körper wurde mit Hämatomen übersät und meine  Knie wurden aufgerieben und blutig gescheuert.
Dank der Notfallversorgung durch das Rote Kreuz wurde mir schnell wieder warm und meine Verletzungen fachmännisch versorgt.

Fazit
Für mich war der BraveheartBattle eine spannende Herausforderung, die mir die Grenzen meines Körpers gezeigt hat. Im Vergleich zu einem Marathon ist die psychische Belastung, zumindest für mich, geringer. Man hat quasi gar keine Zeit, um über die Schmerzen und ein Aufgeben nachzudenken.
Bei einem Marathon ist dies ganz anders. Jeder Läufer kennt die seelische Qual, die bei Kilometer 33 einsetzt. Körperlich sind BravehartBattle und Marathon auch nicht vergleichbar. Beim Fun-Lauf wird der Körper ganzheitlich beansprucht. Bei einem Marathon ist es “nur” die Beinmuskulatur.

Ich persönlich hatte sehr viel Spaß und werde den einen oder anderen Fun-Lauf bei meiner Jahresplanung berücksichtigen. Wie beim Marathon, von dem man sagt, dass Läufer nach dem ersten 42,21 Kilometern süchtig sind und weitere Marathon-Läufe absolvieren, scheint es auch mit Tough Guy Competitions zu sein. Ich habe, im wahrsten Sinne des Wortes, Blut geleckt und werde wieder antreten …

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Besten Dank an Hans-Joachim “Hajo” Schumacher aka Achim-Achilles und das PAS-Team!

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